Vom Mischabeljochbiwak aufs Täschhorn


Dieser Beitrag wurde von am 11. Aug 08, 18:39 unter Bergsteigen & Hochtouren abgelegt.

Wir sind zurück von unserem Versuch das Täschhorn über den zu besteigen. Wir versuchten es in einer Zweierseilschaft über den Mischabelgrat (ZS, III).

Wir starteten vom Mischabeljochbiwak, um 6 Uhr mit zwei englischen Seilschaften (eine Zweier- und eine Dreier-Seilschaft mit Bergführer). Ein schönes Bild des Biwaks vom Grat aus gibt es bei hikr.org.

Leider hatte es in der Nacht geschneit und es war auch nicht richtig kalt, so dass der Fels entweder leicht mit Schnee gepudert oder nass war. Die Verhältnisse waren zwar anfangs noch in Ordnung, aber dann wurde es immer unangenehmer. Es war feucht, warm und es war alles lose, aufgeweicht und sehr schlüpfrig. Von Westen kam zudem ständig Nebel auf. Obwohl wir trotzdem nach einer Stunde sehr gut in der Zeit lagen und den Turm bei 3980m erreicht hatten, entschlossen wir uns zur Umkehr. Die Bedingungen haben für uns einfach nicht gepasst…

Kurz nachdem wir umgedreht waren, sahen wie die Zweier-Seilschaft einen Felsblock in der Größe einer halben Garage „aus der Wand zog“. Sie wollten eigentlich drüber klettern, und da hat sich der Block einfach gelöst. Wir sind ziemlich erschrocken – auch der Schreie wegen. Der Block ging mit einer riesigen Steinlawine ab. Glücklicherweise ging dies bis auf beeindruckende blaue Flecken an Knien und Schienenbeinen von Frank glimpflich aus.

Als wir wieder am Biwak waren sahen wir, dass auch die anderen beiden Seilschaften wieder auf dem Rückweg waren. Ständig gingen auf der Ostseite des Grats Schnee- und Steinlawinen runter. Das Täschhorn sollte an diesem Tag wohl nicht sein. Auch den Abstieg zum Berghaus Längfluh über den Alphubel haben wir aufgrund der relativ losen Schneebedingungen an diesem Tag nicht mehr gewagt. Wir mussten daher noch eine weitere Nacht im Biwak verbringen.

Gegen Mittag kam dann eine französische Seilschaft hinzu, die sich am nächsten Tag eigentlich auch am Täschhorn versuchen wollten, es aber dann doch nicht gewagt haben.

Karten und Führer: Für die Tour haben wir die Karte SLK 1328 Randa (Landeskarte der Schweiz, 1:25000) verwendet. Bei 4000ern im Wallis immer dabei haben wir den Führer Hochtouren im Wallis. Dort sind alle wichtigen Routen auf die hohen Berge des Wallis enthalten. Das ermöglicht es uns auch kurzfristig mit unserer Tourenwahl flexibel zu reagieren.

Noch ein paar Worte zum Biwak auf dem Mischabeljoch, weil wir im Vorfeld – auch auf Nachfrage bei den umliegenden Hütten – keine verwertbaren Infos dazu bekommen haben: Das Biwak ist super. Es sind zahlreiche Schlafplätze vorhanden. Es gibt Betten mit Kissen und Decken. Ein Holzofen spendet Wärme und es kann auf ihm gekocht werden. Hierfür gibt es Töpfe, Teller und Besteck sowie (fast) alles was in eine gute Küche gehört. Die Hinterlassenschaften zahlreicher Bergsteiger entpuppen sich als wahre Schätze und ergänzen die Ausstattung, wie Gewürze, Tee, Suppen, Nudeln, Büchsen oder auch Gaskartuschen aller Gattungen. Das Cappuccino-Pulver haben wir allerdings leer gemacht ;-). Holz zum Heizen und Kochen war in Massen vorhanden. Wasser wird aus Schnee gewonnen. Das Biwak ist sehr gut gepflegt und sauber. So haben wir es dann selbstverständlich auch wieder verlassen. Die Übernachtungskosten belaufen sich auf 20 CHF pro Nacht.

Für die Tour haben wir die SAC Karte

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1 Kommentar zu “Vom Mischabeljochbiwak aufs Täschhorn”

  1. Projekt Täschhorn via Mischabelgrat | MountainBlog.de am 31. Aug 2008 um 13:31 #

    [...] ziemlich klar. Diese Tour mussten wir dieses Jahr aufgrund der schlechten Bedingungen abbrechen (siehe Bericht hier im Blog), daher lässt das Projekt mich jetzt schon nicht mehr los [...]

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