Sicherheit Teil 4: Die 12 (Kletter-) Gebote


Dieser Beitrag wurde von am 26. Nov 08, 14:26 unter Klettern abgelegt.

Ich bin zufällig auf einen älteren Beitrag der Zeitschrift bergundsteigen aus dem Jahr 2000 gestoßen, der wichtige Verhaltenshinweise und Regeln des Österreichischen Alpenvereins in 12 Klettergebote zusammenfasst. Es sind wirklich eine ganze Menge Regeln. ABER: Im Gegensatz zu (den seltenen Fällen von) Hakenbruch oder Materialversagen, kann diese Dinge jeder selbst beeinflussen und somit sein Unfallrisiko signifikant senken.

  1. Mach Dich mit Deiner Ausrüstung vertraut!
    Studiere die Gebrauchshinweise und behandle Deine Ausrüstung schonend.
  2. Aufwärmen vor dem Klettern!
    Schütze Deine Gelenke, Sehnen und Muskeln! Klettere erst dann an Deine Grenze, wenn Dein Körper durch Gymnastik oder Klettern in leichteren Routen warm ist.
  3. Kein freies Seilende!
    Durch eine Achterschlinge im Seilende verhinderst Du, dass Du beim Ablassen das Seilende übersiehst. Mach diesen Knoten immer, egal wo Du kletterst.
  4. Partnercheck” vor jedem Start!
    Kontrolliert Euch gegenseitig, z.B. ist der Gurt zurückgefädelt, Knoten richtig geknüpft, Schraubverschlüsse zu, Knoten am Seilende, Seil im Sicherungsgerät richtig eingelegt. 
  5. Volle Aufmerksamkeit beim Sichern!
    Das Leben Deines Partners liegt in Deinen Händen! Wähle Deinen Standort in Wandnähe, schräg unter dem ersten Haken. Halte das Seil immer möglichst straff, gerade so, dass Dein Partner beim Klettern nicht behindert wird.
    Wichtig: Den Partner langsam und gleichmäßig ablassen.
  6. Lass Deinen Partner wissen, was los ist!
    Informiere Deinen Partner immer:   

    • bevor Du loskletterst,
    • bevor Du Dich ins Seil hängst,
    • bevor Du kontrolliert abspringst,
    • Beachte in Mehrseillängentouren die Seilkommandos “Stand” und “Nachkommen”.
  7. Achte auf den richtigen Seilverlauf!
    • Das Seil läuft immer wandseitig in den Karabiner ein.
    • Bei schrägem Routenverlauf hängst Du die Expressschlinge so ein, dass die Schnapperöffnung in die entgegengesetzte Richtung zeigt.
    • Bei schrägem Routenverlauf das Seil immer außerhalb des Schrittes führen (nicht zwischen den Beinen).
  8. Nie Seil auf Seil!
    Nie direkt über Reepschnüre oder Bandschlingen topropesichern oder einen Partner ablassen! Achte darauf, dass in einem Topropehaken, in einer Zwischensicherung oder an einer Abseilstelle immer nur ein Seil eingefädelt ist.
  9. Vorsicht beim Abseilen!
    • Nie an einem einzelnen Normalhaken abseilen
    • Immer die Seilenden verknoten (Ausnahme: Wenn Du siehst, dass beide Seilenden auf dem Boden liegen)
  10. Nicht übereinander Klettern!
    Warte, bis Deine Route frei ist.
  11. Schütze Deinen Kopf!
    Ein Helm schützt Dich vor Kopfverletzungen bei unkontrollierten Stürzen und Steinschlag! Verzichte auf den Helm nur, wenn Du beides weitgehend ausschließen kannst.
  12. Achte auf Deine Umwelt!
    Respektiere andere Kletterer und informiere sie über Fehler und Gefahren. Vermeide Lärm und hinterlasse keinen Müll. Benütze die Wege und beachte bestehende Kletterverbote. Vor der Erschließung unberührter Felsen informiere Dich über die Besitzerverhältnisse. 

Die Regeln stammen aus dem Jahr 2000 und entsprechen der damaligen Lehrmeinung des ÖAV. Daher kann es Unterschiede zu heutigen Lehrmeinungen des DAVs geben. Sie sind sicher auch nicht vollständig und vollumfänglich, um alle Risiken zu minimieren. Mir ist auch bewusst, dass “man” diese Regeln manchmal nicht einhält, aber man sollte sich dessen bewusst sein! Man riskiert immerhin sehr viel…

Den (Original-) Betrag aus bergundsteigen gibt es hier.

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4 Kommentare zu “Sicherheit Teil 4: Die 12 (Kletter-) Gebote”

  1. steffen am 27. Nov 2008 um 10:38 #

    Punkt 13.
    Eindeutige Kommandos geben, wie z.B. Stand, Seil frei, Seil aus, Nachkommen usw. und kein zweideutiges Rumgeplappere

  2. Marco am 27. Nov 2008 um 17:02 #

    Hi Steffen, ja! Total wichtig. Vor allem dass man die Seilkommandos VORHER definiert, damit jeder weiß was gemeint ist!

  3. Oli am 27. Nov 2008 um 17:44 #

    Und zu den Kommandos immer den Angesprochenen nennen. Marco, kannst Du Dich noch an das Gewitter an der Alpspitze erinnern? Da waren auf einmal so viele Kommandos durcheinander, aber wir haben unsere Kommandos genau erkannt weil wir immer die Namen zu den Kommandos rufen.

  4. Marco am 28. Nov 2008 um 09:11 #

    Da kann ich mich sehr gut dran erinnern! Sehr nass wars und anschließend wussten wir, warum die Route Siphon hieß ;-)

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