Sensorennetz am Matterhorn


Dieser Beitrag wurde von am 18. Okt 08, 8:18 unter News abgelegt.

 

Voller Erstaunen habe ich gelesen, dass das Matterhorn nun mittels eines Sensornetzwerkes überwacht wird. Im Permafrostbereich des Hörnligrats wurden Sensoren angebracht, die Daten zu Gefrierprozessen, Felsbewegungen und Temperaturverlauf aufzeichnen.

Das Projekt heißt PermaSense und wurde von den Hochschulen ETH Zürich, Uni Zürich, Uni Basel und EPF Lausanne installiert. Die Sensoren sind gut geschützt und in kleinen Kästchen versteckt, damit sie nicht weiter auffallen. Durch die Datenüberwachung können steinschlag- oder bergsturzgefährdete Gebiete in Echtzeit kontrolliert werden. 

Die Idee dahinter ist, verschiedene Prozesse im Permafrostbereich besser zu verstehen und Hinweise für ein besseres Gefahrenmanagement zu geben.

Das finde ich im Kern auch sehr gut. Allerdings bleibt bei mir ein etwas mulmiges Gefühl hängen, dass dabei doch wieder etwas “Abenteuer verloren” geht, weil man nicht mehr selbst über die Bedingungen nachdenken muss, sondern der Berg umfänglich mit Sensoren überwacht wird (hier Gottseidank nur am Hörnligrat). Ähnliches konnte und kann beim Handy beobachtet werden: Eigentlich ist es eine gute Sache und hat schon viele Bergsteiger aus Notsituationen gerettet. Durch diesen Umstand, dass man von fast überall in den Alpen sofort Hilfe rufen kann, kann es allerdings dazu kommen, dass viele Bergsteiger sich einfach nicht mehr richtig vorbereiten oder auch für den Ernstfall oder Rückzug planen: “Wieso soll ich einen Biwaksack mitnehmen oder nicht die schwere Route versuchen? Im Ernstfall kann ich ja die Bergwacht anrufen…”

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1 Kommentar zu “Sensorennetz am Matterhorn”

  1. Jan Beutel am 25. Mrz 2009 um 15:28 #

    hallo,

    das das abenteuer erhalten bleiben soll, das finden wir allerdings auch! und deshalb ueberwachen wir nicht das matterhorn um bergsteiger zu warnen (oder anzuspornen) sonderen weil das matterhorn ein extrem geeignetes objekt fuer grundlagenforschung im bereich permafrost darstellt. und wie im text bemerkt versuchen wir uns eher “unbemerkt” in den windschatten des hoernligrates zu ducken so gut es geht. und ich kann aus erfahrung sagen das ich lieber mit muesliriegel, tee und seil im rucksack am horu unterwegs bin als mit laptop und hilti!

    happy climbing,

    jan

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