Flexibler Rucksack für Eisklettern und Hochtouren


Dieser Beitrag wurde von am 12. Dez 08, 23:04 unter Ausrüstung abgelegt.

Rucksack-Center.deIch war nun lange Zeit auf der Suche nach einem Rucksack, der mir viel Flexibilität für ausgedehnte Touren bietet.

Bei einer Hochtour in diesem Jahr, wo wir zwei Nächte in einem Biwak übernachten mussten, stieß mein 40l-Rucksack an seine Grenzen und war zum Bersten gefüllt: Wenn man was braucht, immer alles raus räumen, weil man sonst nicht rankommt- wirklich blöd. Und wenn alles wieder rein geräumt werden muss, dann geht das Quetschen und Drücken wieder von vorne los.

Was mir also vorschwebte war ein Rucksack der flexibel hinsichtlich des Volumens ist, dabei ein erträgliches Gewicht hat und sich eng an den Körper anschmiegt, um Kletterstellen komfortabel meistern zu können. Die Anwendung beschränkt sich auf ausgedehnte Hochtouren, bei denen man komplett auf sich selbst gestellt ist und aufs Eisklettern bei langen  Zustiegen, z.B. in Form von Schneeschuhgehen o.ä. hat, sprich wo man Daunenjacke, 2-3 Ersatzhandschuhe, mehrere Thermoskannen etc. dabei hat.

Da kam das freundliche Angebot vom Rucksack-Center.de, dass ich einen Rucksack testen kann gerade recht – zumal ich ja auch so langsam für die 2 Wochen Eisklettern in Island planen muss. Schnell war klar, dass ich mich für einen Deuter Rucksack entscheiden würde. Dazu gibt es bei Rucksack-Center.de eine riesige Auswahl von über 70 Deuter-Modellen.  Nach vielen “hin & hers” und einigen “Beratungsmails” mit dem Shop, habe ich mich für den Deuter Aircontact 55+10 entschieden.

Meine ersten Eindrücke

Obwohl ich den Rucksack noch nicht in alpiner Umgebung getestet habe, bin ich schon jetzt ziemlich begeistert und ich schreibe auch gleich warum.  Zuerst noch ein paar Worte zur typischen Deuter-Qualität: Der Rucksack entspricht in diesem Punkt voll und ganz meinen (immer sehr hohen) Erwartungen. Material, Schnallen, Riemen, Tragesystem und -gurte machen einen sehr guten Eindruck. Sie wirken auch sehr viel stabiler als bei meinen “Leichtgewichts-Rucksäcken”; das liegt allerdings auch in der Natur der Sache. Ich hatte aus “Stabilitätsgründen” extra zu einem robusten Rucksack gegriffen. Das Gewicht ist dabei mit 2,4 kg in Ordnung (wobei meine Küchenwaage das nur anzeigt, wenn ich den Regenschutz weglasse, den ich allerdings auch nicht brauche).

TragesystemDas allererste was ich mit dem Rucksack gemacht habe, ich habe Milch gekauft, und zwar viel Milch: 2 Stiegen, d.h. 24 Liter und zusätzlich ein paar Flaschen Wasser. Insgesamt kam ich auf etwas über 30 kg. Damit bin ich dann mit dem Fahrrad nach Hause gefahren und ein paar Mal im Treppenhaus auf und ab gelaufen, und ich war vom Tragekomfort absolut begeistert (Tragesystem siehe Bild).

Die zweite Sache, die mich fasziniert hat, ist die von mir gewünschte Flexibilität hinsichtlich Volumen. Der Rucksack lässt sich sehr klein machen und aber auch zu einem voluminösen Riesen aufblähen. Das fand ich wirklich unglaublich und habe es deshalb auch direkt fotografiert.

Rucksack wenig beladen Rucksack voll beladen

Auf den Bildern habe ich zum Größenvergleich meine Eisgeräte an die Halterungen angebracht. Daran kann man die Größe gut einschätzen. Der Aircontact 55 hat im Übrigen auch noch zwei Leisten, wo man Karabiner etc. außen anbringen kann.

Dieser Größenunterschied wird durch ein geschicktes System an der Deckeltasche möglich. DeckeltascheMan kann die Deckeltasche mit Hilfe von Riemen einfach nach oben erweitern (siehe rechtes Bild). Die Höhe des Rucksacks hat sich bei mir von 65 cm auf 95 cm erhöht. Damit lassen sich mindestens 10 Liter zusätzliches Volumen gewinnen. Zusätzlich bieten die Seitentaschen weitere 6 Liter. Damit ist der Rucksack auch für meine ausgedehntesten Touren tauglich.

Nobodies perfect: Eine Kleinigkeit, die ich zu anfangs sehr gut fand: Das Verschlusssystem des Hüftgurtes. Dieser ist über ein Zugsystem superkomfortabel spannbar. Allerdings wenn man den Gurt öffnet und ihn dann wieder schließt, ist es (zumindest bei mir) so, dass ich ihn vorher wieder etwas lockern muss. Dazu braucht man bei diesem Rucksack allerdings zwei Hände. Ob das wirklich ein Schönheitsfehler ist oder einfach nur gewöhnungsbedürftig ist, wird sich dann in meinen Praxistests zeigen.

Fazit: Ich bin bislang sehr zufrieden mit meiner Wahl!

Übrigens: Rucksack-Center.de hat als Weihnachtsspezial ein verlängertes Widerrufsrecht, so dass auch zwischen den Jahren ausgiebig Zeit bleibt, sich die bestellte Waren Geschenke in Ruhe an zu schauen.

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5 Kommentare zu “Flexibler Rucksack für Eisklettern und Hochtouren”

  1. Sven | Freiluft Blog am 17. Dez 2008 um 14:34 #

    Danke für diesen ersten Eindruck. Ich warte ja noch auf meinen Deuter ACT Lite 40+10, ebenfalls vom Rucksack Center, dann werde ich auch berichten.

  2. Marcus am 20. Dez 2008 um 00:04 #

    is n ~65 Liter Rucksack net zuviel “nur” für eisklettern? bei hochtouren versteh ichs ja noch. zum klettern wäre doch mehr die guide serie on deuter die richtige oder lieg ich falsch?

  3. Marco am 20. Dez 2008 um 16:38 #

    Hi Markus, ich suchte was, wo ich auf längeren Touren bzw. Zustiegen etwas mehr Spielraum habe. In diesem Jahr waren wir in Norwegen zum Eisklettern und hatten teilweise sehr lange Zustiege, für die wir Schneeschuhe benutzten; wir sind teilweise einen ganzen Tag gelaufen. Da ist es nicht schlecht, wenn man noch ne Thermosflasche und ein/zwei paar Zusatzhandschuhe sowie eine Daunenjacke dabei hat…da wurde es mit meinem 40l Rucksack sehr eng! Die Daunenjacken mussten ich sogar außen anbringen…was ich an obigem Modell so gut fand, war dass man den wirklich klein zusammenzurren kann, aber auch richtig viel Platz hat, wenn man ihn braucht…

    Ansonsten reicht fürs Eisklettern ein 40l Rucksack dicke, vor allem, wenn man parkplatznah klettert ;-)

  4. Marcus am 23. Dez 2008 um 12:40 #

    Ah ok, dann wird tatsächlich eng. Ich bin mit Deuter auch sehr zufrieden. Werd mir wohl im neuen Jahr den Guide35+ gönnen. Der Onlineshop scheint ja wirklich hammermässig sortiert, zumindest mal was Deuter angeht(was anderes hab ich mir nicht angesehn) werd ich auf jedenfall mal testen.

    Wirds auch mal nen “live” Bericht zum Rucksack geben? wäre schon gut zu wissen ob du mit deinen Erwartungen recht hattest, bzw. ob er was taugt.

  5. Marco am 23. Dez 2008 um 13:02 #

    Ja, das habe ich auf jeden Fall vor…ich bin selbst sehr gespannt. Vielversprechend ist der Rucksack, aber ob er es in der (Kletter-)Praxis auch hält ist dann eine andere Frage…der Bericht kommt gegen Ende Februar.

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