Buchtipp: Aron Ralston – Im Canyon


Dieser Beitrag wurde von am 5. Sep 08, 19:45 unter Buchtipps abgelegt.

An die (wahre) Geschichte von Aron Ralston erinnert sich bestimmt der eine oder andere: Aron ist der Bergsteiger, der sich vor einigen Jahren (2003) auf einer Trekkingtour seine Hand zwischen einen Felsen und einer Wand einklemmte und sie sich selbst abschneiden musste, um zu überleben.

Ich habe sein Buch Im Canyonnun zum zweiten Mal gelesen, weil seine Geschichte ziemlich beeindruckend ist. Hier eine kleine Zusammenfassung:
Aron schildert in seinem Buch, wie sich bei einer Solo-Tour durch einen Canyon ein Felsblock löst und seine Hand zwischen Fels und Canyon-Wand eingeklemmt wird. Leider ließ sich der tonnenschwere Fels nicht mehr bewegen und Aron war quasi “gefangen”. Er versuchte 5 Tage lang, sich mit allen möglichen Strategien und Techniken zu befreien: Zum Beispiel versuchte er, mit seinem Taschenmesser den Fels und die Wand auszuhöhlen, dass er seine Hand wieder herausziehen hätte können. Leider alles ohne Erfolg. Auch anfängliche “zögerliche” Versuche, sich die Hand abzutrennen, scheiterten.

Nach etwa 5 Tagen war Aron logischerweise physisch und psychisch am Ende angelangt. Er war die ganze Zeit alleine und hatte nur wenig Essen & Trinken im Rucksack. Aber mit – nun bildlich gesprochen – dem Rücken zur Wand hatte Aron dann die “Lösung”: Er brach sich Elle und Speiche und trennte den Rest (Muskeln, Sehnen und Nervenbahnen) mit dem Taschenmesser ab, das mittlerweile nicht mehr so scharf war.

Nach einer kurzen Wundversorgung mit Gurtband und Camelbak machte Aron Fotos von seiner abgetrennten Hand (!!!). Anschließend musste er, um aus dem Canyon zu kommen, einige Stellen abklettern, abseilen, sich Trinkwasser besorgen und dann außerhalb des Canyons noch 13 km in glühend heißer Sonne durch den Sand zu seinem Auto laufen. Glücklicherweise traf er vorher Wanderer, die ihm weiter halfen und alles ging gut aus.

Mittlerweile ist Aron Ralston wieder ein guter Bergsteiger und Kletterer und hat alle 59 4000er von Colorado bestiegen.

Fazit: Der Unfall, die Emotionen und die Handlungen von Aron liegen für mich so weit außerhalb meiner Vorstellung, dass ich sie kaum nachvollziehen kann. Ich kann mir diesen Überlebensdrang und seine Willenstärke schwer vorstellen. Ich denke, dass mich Im Canyon gerade deshalb so fasziniert.

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3 Kommentare zu “Buchtipp: Aron Ralston – Im Canyon”

  1. Noah am 06. Sep 2008 um 12:46 #

    Die Leistung mancher Menschen in dieser Hinsicht ist wirklich erstaunlich.
    Mir fiel bei deinem Post übrigens wieder das Buch “Sturz ins Leere” von Joe Simpson ein, den du in
    http://www.mountainblog.de/index.php/premiere-des-bergdramas-nordwand-in-hamburg/
    ja auch schon mal erwähnt hast.

  2. Marco am 06. Sep 2008 um 15:16 #

    Ja, das stimmt. Das sind beides unglaubliche Leistungen, die vermutlich nur möglich sind, wenn man wirklich mit dem Rücken zu Wand steht…ich denke, da gibt es bestimmt noch viele Fälle, die allerdings nicht bekannt (und “bewundert”) werden, weil sie ihre Geschichte nicht öffentlich vermarktet haben.

  3. Nayomi am 22. Jan 2013 um 16:58 #

    Beitrag ist zwar schon etwas älter wollte aber trotzdem meinen Senf dazugeben. Ich fand das Buch sehr spannend. Nur eins habe ich nicht verstanden, warum hat er das Seil gewechselt….?

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